Der Standard-Käfer
Weniger ist mehr...

1200A und 1300A

 

1200 A (11/1964 bis 7/1966)

Technisches

Mit November 1964 wird das unsynchrone Getriebe durch das vollsynchrone des Exportmodells ersetzt, der 30-PS-Motor bleibt vorerst noch. In der deswegen angepassten Betriebsanleitung wird das Modell nun erstmals „1200 A“ genannt. Mit August 1965 wird der Aufbau auf die neue „Einheitsbodengruppe“ mit Kugelgelenkvorderachse gesetzt und erhält die 34-PS-Maschine des bisherigen Exportmodells - dieses hat nun 40 PS und heißt „1300“. Der 1200 A trägt zur Unterscheidung ab diesem Zeitpunkt den Schriftzug „1200“ auf dem Motordeckel. Die Ausstattung bleibt im Wesentlichen unverändert. 

Aufbau außen

Für diverse Anbauteile gilt auch weiterhin „Lack statt Chrom“ – mit wenigen Ausnahmen: Die Ringe der Scheinwerfer und Zweikammer-Rückleuchten sowie die Rahmen um die Türfenster sind ident mit dem Export. Stoßstangen, Radkappen und die Griffe innen und außen sind ebenso wie der Außenspiegel in Stahlgrau (L328) lackiert*), die Scheibenwischer in Silber wie beim Export. Das (nach wie vor einzelne) Hupenziergitter, Steg und Rahmen des Ausstellfensters sowie die Blinkerkappen tragen Wagenfarbe. Der 1200 A verzichtet weiterhin auf Zierleisten in den Fensterdichtungen. Der Kofferraumdeckel trägt oben ein eloxiertes VW-Emblem, aber keine Zierleiste. Widersprüchlich ist noch, ob es noch gemalte Zierleisten an der Gürtellinie gab, hier bitten wir wieder um Input. Ein Kuriosum ist auch der Motordeckel: Obwohl wie die Exportlimousine mit neuer Nummernschildprägung versehen, trägt er noch immer die schmale Nase des Vorgängermodells. Die Kotflügelkeder sind wie beim Export auf die Wagenfarbe abgestimmt, die Trittbrettgummis jedoch schwarz ohne Zierleiste. Die Auspuff-Endrohre sind weiterhin schwarz lackiert.

 

 

 

Das „Mehrausstattungspaket“ umfasst verchromte Stoßstangen, Radkappen, Tür- (nicht Hauben!)-Griffe, Auspuffrohre, seitliche Zierleisten und das Export-Lenkrad.

Innenraum

Nach wie vor beschränkt sich der (Kunststoff-)Himmel auf die Dachbespannung. Die Seitenverkleidungen sind mit grauem Kunstleder bespannt. Statt Zierleisten finden wir nur geprägte Sicken, weiterhin fehlen Kartentasche, Lehne und hinterer Aschenbecher. Fensterkurbeln und Türinnengriffe sind in Stahlgrau lackiert. Der Fahrer hat eine gepolsterte und schwenkbare Sonnenblende, die Bohrungen für die Beifahrerblende sind aber vorhanden und mit Plastikstopfen verschlossen.

Der hintere Kofferraum ist mit grauer Pappe ausgekleidet (die Radkästen mit Teppich), der Rahmentunnel trägt nach wie vor nur im hinteren Fußraum und ab dem Ganghebel eine Gummimatte – der Raum zwischen den Vordersitzen ist unverkleidet. Zum Thema Vordersitze: Laut einschlägiger Literatur wurde der 1200 A erst mit 8/1965 auf die neue Export-Bodenplatte mit Sitzschienen gesetzt, auch die  Betriebsanleitung zeigt bis dahin noch die Flügelmuttersitze. Andererseits wird schon Ende 1964 mit „Einzelsitzen mit großem Verstellbereich“ geworben und unser seeblaues „Fotomodell“ (gebaut 4/1965)**) wurde mit Kunstleder-Sitzen (gegen Aufpreis) geordert, die ebenfalls bereits auf Sitzschienen laufen. Wer kann hier Licht ins Dunkel bringen – wann entfielen die Flügelmuttern? Wir bitten auch um Bilder des Serien-Bezugsstoffes. Ebenfalls noch nicht verifiziert: Bodengruppe, Ganghebel und Handbremse sind in Grauschwarz (L43) lackiert. Der abgebildete Schaltknauf ist zeitgenössisches Zubehör.

Das Armaturenbrett bleibt ebenfalls gewohnt schlichter, es fehlen die Zierleiste und der Aluring um den Tacho. Das silberbeige Dreispeichenlenkrad hat noch immer den „alten“ schwarzen Hupknopf, der Blinkerhebel (ebenfalls noch im Ovali-Format) ist selbstrückstellend. Alle Schaltergriffe und Rosetten sind in Grau gehalten, Mantelrohr, Zündschloss, Rohrgestelle und Rückbankschiene in Silbergrau (L466) lackiert. Nach wie vor hat der 1200 A den bewährten Chokezug und den Reservehahn anstatt einer Benzinuhr – und die Innenbeleuchtung keine Türkontaktschalter. Das Fernlicht wird weiterhin mit dem Fußtaster geschaltet.

 

 

 

 

 

1300 A/34 und 40 PS (8/1966 bis 12/1966)

Mit August 1966 fällt mit dem Dreispeichen-Lenkrad ein weiteres typisches Standard-Merkmal. Der Zierrahmen um das Türfenster entfällt ebenfalls. Das Mehrausstattungspaket besteht nun aus verchromten Stoßstangen, Radkappen, Tür- und Deckelgriffen, Auspuffendrohren, den seitlichen Zierleisten und der Beifahrersonnenblende.

Wir beziehen dieses Wissen aus der Zusammenschau von Literatur, Betriebsanleitungen, Prospekten und zeitgenössischen Motorzeitschriften – wer einen 1300 A (34 oder 40 PS) sein Eigen nennt und uns hier mit Bildern und Details versorgen kann, ist herzlich willkommen!

Farben:

8/1964 bis 7/1966 (1200 A): Seeblau L360, Fontanagrau L595, Perlweiß L87, Rubin L456
8/1966 bis 12/1966 (1200, 1300 A): VW-Blau L633, Fontanagrau L595, Perlweiß L87, Rubin L456 

 

 

*) Es erhärtet sich der Verdacht, dass das frühere Blaumetallic für zB den jupitergrauen Ovali - anders als in der Literatur behauptet - eine andere Farbe (sowohl Lacknummer als auch Farbton selbst) gewesen sein muss. „Stahlgrau“ passt zum hier geschilderten Farbton wesentlich besser!

 

**)Wir bedanken uns herzlich bei Ulli Baierl für die vielen Fotos und ausführlichen Beschreibungen!